Totschweigen als Nachricht am Beispiel des rga

Der rga schweigt. Systematisch.

Da wo die Geschichte die Gegenwart berührt schweigt er. Er schreibt zwar über die Stolpersteine eine ganze Serie. Über das Nazidenkmal auf dem Rathausplatz kein Wort.

Aber als demokratisches Medium müßte er genau dann auch über das Nazidenkmal schreiben, weil es den Mord an den Menschen symbolisiert, über die wir stolpern sollen.

Da kommt nichts.

Ich habe einfach mal abgewartet, ob er das Thema der Remscheider Löwenparade auch anpackt und das Nazidenkmal thematisiert. Das macht er nicht.

Es gibt nur Artikel zur Löwenparade ohne im Vorfeld auch nur den Ansatz einer sachgerechten Auseinandersetzung zu führen.

Totschweigen ist auch eine Nachricht.

Und das im Zeitalter der neuen medialen Freiheit?

Das zeigt die Grenzen der Freiheit in den alten Medien und zeigt auch, daß neue Medien dann alt sind, wenn sie online so weitermachen wie bisher.

Dabei hätte man das gerade auch im rga so elegant lösen können. Aber es scheint im Vorfeld nicht gewollt, im Nachgang tut es dann nicht mehr weh?

Das finde ich sehr schade, zeigt aber auch die Grenzen der kritischen Berichterstattung. Da ist offenkundig doch noch sehr viel Hofberichterstattung drin, die nur das schreibt, was einige wollen und alles wegläßt, was sonst noch da ist.

Kampagnenjournalismus mit PR-Charakter?

Angst vor dem Verlust von Anzeigen und anderen Aufträgen? Dann ist es aber mit dem Qualitätsjournalismus nicht weit her.

Nun muß man dies alles differenziert sehen, weil es nicht reicht, pauschal alles zu verurteilen. Das würde auch nicht stimmen. Bei Sport und Kultur war der rga immer lesenswert und in der lokalen Wirtschaft gibt es immer wieder gute Artikel.

Aber es gibt eben die journalistischen Momente, wo sich die Spreu vom Weizen trennt. Und das ist hier der Fall.

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