Stadtansichten 1 bis 3 von Remscheid, Solingen und Wuppertal

Gerade entwickelt sich eine neue Sprache.

Es ist die visuelle Sprache, die immer stärker auch schriftlich geprägte Kulturen dominiert. Das wird unter verschiedenen Gesichtspunkten diskutiert.

Menschen „lesen“ mit Bildern und nehmen diese als dominierenden Informationsträger wahr.

Differenzierte „Sichtweisen“, die sich erst durch Texte erschliessen, werden „übersehen.“

Menschen blicken heute mehr auf ihr Smartphone und den Monitor.

Was bedeutet dies alles?

Aber das sind nur die Fragen, die sich aus den technisch-zivilisatorischen Entwicklungen ergeben.

Im öffentlichen Raum um uns herum finden wir auch immer eine Sprache.

Wir sehen etwas. Wir sehen von dem, was da ist, das, was wir wahrnehmen.

Da beginnt die Wechselwirkung zwischen dem im Kopf und dem um uns herum.

  • Was ist um uns herum?
  • Wie sieht es aus?
  • Wie ist es gestaltet?
  • Warum ist es so gestaltet?
  • Was will man mit dieser Gestaltung?

Ich möchte meine Arbeitsweise an drei Beispielen deutlich machen, die so nicht in den Büchern sind aber sehr klar zeigen, was ich meine:

 

1. Die Botschaft dominiert

Das Bild „Southern Mix“ wurde bewusst gestaltet. Denn meine Entscheidung war nur die des Ausschnitts, die Inhalte waren vorher da und von anderen bewusst für diese Stelle gemacht. Denn diese Werbung erschien an dieser Bushaltestelle zu einer Jahreszeit ohne Sonne. Damals nahm man es unbewußt wahr – ohne das Foto würde es kaum einer Person bewußt sein.

 

2. Der zufällig kombinierte Inhalt

Das Bild heisst „Mensch mit Hund“. Hier ist die Botschaft indirekt. Eigentlich sieht man eine interessante Bank. Aber dann sieht man mehr. Es ist aber keine bewusste Inszenierung sondern vorgefundene Realität in unserem öffentlichen Raum. Da sind tagelang tausende dran vobeigegangen.

 

3. Der Ausschnitt

Hier gibt es keine direkten Botschaften. Hier gibt es nur den Bildausschnitt.  Es ist allein der Rahmen, der dies zum Foto macht. Eine Foto ohne Botschaft, das aber nicht inhaltsleer ist. Es stecken hier Inhalte drin, die der Bildausschnitt zusammenhält oder besser erst sichtbar macht.

So entstanden bei meinen Streifzügen durch den öffentlichen Raum Fotografien, die Eindrücke festhalten und vermitteln sollen.

Es sind auch hässliche Fotos, weil das, was sie zeigen, auch hässlich ist. Leider zeigen die Fotos genau das, was uns hier umgibt. Funktionale Hässlichkeit ist eines der Merkmale, die das Neue auszeichnen, das uns umgibt und prägt. Und so sind die Fotos eine Auseinandersetzung mit dem Leben, wie wir es leben. Daher ist es auch Kunst, aber nicht einfach nur so für sich sondern für uns.

Die Fotos wurden dann kombiniert zu doppelseitigen Fotos im Fotobuch, um neue Assoziationen durch Kombinationen zu wecken und/oder durch das Blättern und das zeitliche Nacheinander.

Das Ganze ist Fotografie und das alles ist auch Kunst, todayart.

Es ist aber alles aus der Wirklichkeit gewachsen, auch die Kompositionen, so daß es sich nicht um Inszenierungen handelt, die reale Elemente haben sondern um Realität, die teilweise an Inszenierungen erinnert.

Da die Wirklichkeit bunt ist und dies alles nicht an einem Tag aufgenommen wurde, habe ich auch die digitalen Vorzüge genutzt und mit diesen drei Büchern visuell erzählt über das Bergische Land.

Betrachten Sie das Ganze als eine visuell erzählte moderne Geschichte mit einigen Kapiteln und einem Streifzug durch das, was uns umgibt.

Warum das auch Kunst ist und wie ich dazu komme, habe ich hier erläutert.

One comment on “Stadtansichten 1 bis 3 von Remscheid, Solingen und Wuppertal
  1. Pingback: fotomonat.de/at – Dokumentarfotografie zwischen Art, Front und Street – Stadtansichten – Stadtgeschichten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.