Neuer Journalismus im Bergischen Land

Es wird bunter im Bergischen Land – auch journalistisch.

Der Solinger Bote scheint eine zunehmende Konkurrenz des Solinger Tageblatts zu werden (neben der Solinger Morgenpost). Er ist kommerziell, also werbefinanziert, und läuft und läuft und läuft. Somit erhält das dominierende Solinger Tageblatt nun eine Konkurrenz, die vor Ort gewachsen ist. Der Solinger Bote greift nach meinem Eindruck auf die vielen Pressemeldungen zurück, die verteilt werden, so wie es in meinen Augen bisher das Solinger Tageblatt ja auch machte. Damit entsteht eine Nachrichtenschau, die gewürzt mit Kommentaren eine ansehnliche Webseite entstehen läßt.

In Wuppertal ist Talwaerts gestartet. Eine gedruckte Wochenzeitung ohne Werbung mit guten Geschichten und ohne tagesaktuelle Nachrichten. Hier gibt es die recherchierten Geschichten hinter den Nachrichten.

Zusätzlich gibt es in Wuppertal die Webseite wuppertalblogs. Diese Webseite hat kleine oder spezielle Blogs aus dem Raum Wuppertal mit Bezug zu Wuppertal in eine Nachrichtenpipeline gesteckt, so daß man einen guten Überblick erhält und auch dies ein guter Beitrag zum Journalismus ist.

Hinzu kommt als reine Seite für Wuppertaler Pressemitteilungen njuuz.

In Remscheid ist mit dem Waterboelles eine privat finanzierte Webseite schon länger dabei, chronologisch Pressemitteilungen und Nachrichten festzuhalten. Hinzu kommt mit rs1tv ein reines Videoportal, das in seinen Videos dauerhafte Werbung integriert und meistens über Sport berichtet.

So wachsen im Bergischen Land langsam neue Formen der Berichterstattung. Der gut recherchierte Journalismus ist nach meinem Lesen oft nur beim werbefreien Angebot zu finden.

Oft bleibt man beim Präsentieren stehen – eine Meinung oder ein Kommentar ist dann das höchste.

Das ist aber beim WDR meistens auch nicht anders. Selbst in der Lokalzeit wird oft nur über einige Fakten berichtet, dann wird ein Mikrofon hingehalten und dann war es das.

Ist nicht weiter schlimm, weil es schon immer so war und bisher kaum jemand gestört hat. Die Welt ist eben flach und das reicht völlig aus.

Wer mehr will muß selbst hinterfragen.

Dazu gehört auch die Sicht der IHK, in deren Presseverzeichnis findet sich keines der Medien, die ich hier aufgeführt habe.

Interessanterweise haben fast alle einen Facebook-Ableger.

Daher ist interessant zu beobachten, ob dieser Weg zur Verbreitung von Nachrichten gut ist.

Ich meine mich erinnern zu können, daß selbst wenn du viele Follower hast, Facebook deine Nachrichten ja nicht mehr unbedingt all deinen Followern anzeigt.

Daher wird es interessant, dies alles zu beobachten.

Was davon Journalismus ist und was nicht wird wohl eine eher interessengeleitete Ansicht bleiben, weil es bisher ja nicht viel anders war, außer daß es mehr Monopole gab. Die Chance auf Meinungsvielfalt ist jedenfalls gewachsen.

Es tut sich was und das ist gut.

 

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