Wupperherz, Krautreporter – es geht talwaerts

Alles fließt.

Deshalb ist es an der Zeit, nach dem 1. September 2015 eine Bestandsaufhnahme aus meiner Sicht vorzunehmen über die aktuelle Situation hier und die Themen im öffentlichen Raum.

Fangen wir mit den Medien an.

Foto: Michael Mahlke

Deutschland – Foto: Michael Mahlke

Das aktuelle Ende von talwaerts in Wuppertal zeigt, daß heute kritischer Journalismus zum Geld verdienen nicht reicht, wenn man Medien machen will.

Talwaerts ist weg. Aber sie sind in guter Gesellschaft.

Selbst die Krautreporter haben eine ungewisse Zukunft.

Regional betrachtet sind von den kommerziell (wenn auch vielleicht querfinanzierten) Medien noch oder neu Diestadtzeitung.de für Wuppertal und der Remscheider-Bote.de als Ergänzung zum Solinger-Bote da.

Da geht es meiner Ansicht nach aber eher um Werbung und Artikel drumherum damit oder dafür und dort finden sich sehr viele Pressemitteilungen, die einfach mehr oder weniger wiedergegeben werden. Das ist natürlich kein Journalismus sondern eher PR.

Meiner Meinung nach fängt Journalismus eigentlich erst danach an und würde einen recherchierten thematischen Artikel ergeben, der dann ein paar Aussagen der Pressemitteilungen beinhalten würde. Aber damit verdient man eben kein Geld wie wir gerade sehen.

Geld für Werbung ist aber genug da wie die materiell erfolgreichen Medien zeigen. Der satirische Statistiker würde sagen je weniger Journalismus desto mehr Anzeigen – wobei die kritischen Leser eher nicht dort zu finden sind.

ber es geht ja um etwas anderes. Es geht um Sichtkontakte auf Papier und online. Diese Impressionen muß an sich vielleicht so vorstellen wie bei Plakaten auf der Straße. Wo Menschen vorbeikommen wird plakatiert, im Netz, auf der Straße, in Zeitschriften.

So stellt sich dann vielleicht der finanzielle Erfolg ein.

Der ist nicht gleichbedeutend mit Reichweite wie ich selbst festgestellt habe. Aber das ist eine andere Frage.

Soll ich darüber jammern und klagen?

Das habe ich eine gewisse Zeit.

Doch materieller Erfolg ist nicht verboten und Kritik ist faktisch der Weg in die Irre.

Wenn man gelernt hat auch gegen die Meinung der Masse und der Mächtigen zu leben, dann ist manches schwierig.

Nun denn.

Das Anerkennen der Wirklichkeit ist die Grundlage für Veränderungen.

Das Aussprechen der Wirklichkeit ist eine andere Sache. Da fängt das Kritische oft an und dann bleibt der materielle Erfolg aus.

Dennoch.

Ich habe dies alles hier gerne gemacht, weil es für mich Ausdruck eines gesellschaftlichen Engagements war. Ich wollte die Blicke dorthin lenken, wo man bei den normalen Berichten nicht hinschaut und sonst geschwiegen wird.

Das gehört für mich auch zum Anerkennen der Wirklichkeit.

Viel Ablehnung, viel Arbeit, keine Anerkennung – aber dennoch aus meiner Sicht sehr gut, weil die Umsetzung visueller Kommunikation von der Tagesreportage bis zur seriellen Fotokunst mich wesentlich weiter gebracht hat.

Der Weltuntergang war schon da und die Möglichkeiten meiner Zeit werden sich noch reduzieren.

Der Mensch lebt Vernunft nur selten und dann eher praktisch zur Zielerreichung.

„Oberstes Ziel ist das Überleben, gefolgt von Sex.“

So ist es.

Damit zu leben ist vielleicht das Geheimnis, um  etwas anderes im Leben zu gewinnen.

Und solange du lebst geht es weiter.

Alles fließt.

Text 1.1

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