Ludwig Poullain, Remscheid und die Welt der Banken und der Gier

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Ludwig Poullain war ein Remscheider, eigentlich ein Lüttringhausener. Als er 2015 starb ging ein langes Leben zu Ende.

Er war ein Mann mit Weitblick. Und so wurde er Teil eines Buches, das 2012 lange auf der Bestseller-Liste des Spiegel war.

Es war Die Rüpel Republik von Jörg Schindler.

Schindler zitiert in dem Buch eine ungehaltene Rede von Ludwig Poullain:

„…warum sollte eine Bank der eigenen Profitgier Grenzen ziehen, wenn das Motto Bereichert euch ohne moralische Hemmungen öffentlich gepredigt werden kann? Warum moralisch sein, solange die Unmoral nicht mit dem Handelsgesetzbuch und dem Strafgesetzbuch kollidiert? Warum also Gutes tun, wenn Böses tun so einträglich ist? … Aber dürfen wir …ethische Grundsätze für den eigenen Gebrauch ausschließen – so, als würden diese nur für andere. etwa unsere Kreditnehmer, gelten?“

Das war 2004. Diese Worte eines weltoffenen und erfahrenen Bankers sind richtig gut. Aber sie waren im Alltag nichts wert. Er sah, was kam. Aber es interessierte die politische Klasse und die Wirtschaftselite nicht.

Schade.

Schindler zeigt dann auf, wie Steinbrück und Merkel mit ihrer als „alternativlos“ umgesetzten Politik die soziale Kultur und das Prinzip von Handeln und Verantwortung auf den Kopf stellten.

Weil das Parlament mitmachte, wurde dabei die Glaubwürdigkeit der parlamentarischen Demokratie bis in die Grundfesten erschüttert.

Davon hat sie sich bis heute nicht erholt – ganz im Gegenteil!

Heribert Prantl von der Süddeutschen Zeitung sagte dies so: „Wenn die Familie Huber schlecht wirtschaftet, kommt der Gerichtsvollzieher. Wenn die Firma Maier schlecht wirtschaftet, kommt der Konkursrichter. Wenn aber eine Großbank schlecht wirtschaftet – dann kommen die Spitzenpolitiker mit dem Milliarden-Geldsack.“

Genau.

Meiner Meinung nach führte dies oder gehört dies zu einem Masterplan der Mächtigen, der langsam umgesetzt wird. Verkürzt geht er so:

Die Besitzer von viel Geld haben einen Masterplan beschlossen. Mit Hilfe der Banken haben sie spekuliert und gewettet bis sie Verluste machten. Dann privatisierten sie die Gewinne und sozialisierten die Verluste. Sie brachten die Mächtigen in der Politik dazu, alle Schulden den Völkern zu überschreiben.

Als sie merkten, dass dies funktioniert, wurde der nächste Schritt eingeleitet. Sie wetteten weiter und wurden immer reicher. Aber es war Geld, es war Finanzwirtschaft und keine Realwirtschaft. Geld war zu unsicher, nur reale Werte waren sicher. So beschlossen sie, ihr vieles Geld in Sicherheit zu bringen. Das ging aber nicht auf einer Bank. Dazu brauchten sie reale Dinge wie Grundbesitz, Rohstoffe, Rechte und vieles mehr.

Deshalb wurden die Volkswirtschaften in immer neue Krisen gestürzt. Es fing an mit Griechenland. Da die Finanzwirtschaft selbst aus den Ratingagenturen, den Fonds, den Banken, den Beratern und den Versicherungen bestand, war es nicht wirklich schwer.

Die Politik durchschaute dieses Spiel nicht oder schaute weg und immer mehr Staaten liessen sich dort hineinziehen.

So zwang man Griechenland, seinen Staatsbesitz zu verkaufen und fast alles, was dieses Land an Rohstoffen, Rechten etc. hatte. Ein paar Jahre später waren die Länder, die gebürgt hatten, dran. Auch sie mussten ihre Ausgaben kürzen und ihre Reichtümer verkaufen.

So brachten die Reichen mit Hilfe der Banken und der Politik ihr Geld in Sicherheit, weil sie es in die Reichtümer der Völker umtauschten.

Sie schafften immer mehr Rechte der Staaten mit Hife führender Politiker in den Parlamenten und Regierungen ab (denen man nach ihrer Zeit in der Politik dafür etwas versprochen hatte) und übergaben die Macht der Verwaltung Europas.

Sie entmachteten so die Parlamente in den Demokratien und die gekaufte Verwaltung eines nicht demokratisch legitimierten Europas übernahm die tatsächliche Herrschaft.

Volksarmeen wurden in den Staaten durch Söldnerheere ersetzt und die Menschen wurden durch viele kleine Diskussionen um soziale Kürzungen und andere Gemeinheiten von den wichtigen Fragen abgelenkt. Die Massenmedien wurden geschickt eingesetzt.

Freiheit wurde zu einer Freiheit zwischen amerikanischer Armut und russischer Entmündigung. Private Unternehmen wie Rating-Agenturen, Banken und Berater übernahmen indirekt oder direkt die Kontrolle.

An dieser Stelle höre ich auf und schreibe nicht mehr weiter.

Denn fast alles, was in den nächsten Jahren geschieht, hat mit dieser grossen Linie zu tun.

 

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