Jobcenter und Gewalt

„Nicht erst seit den tödlichen Attacken in den Jobcentern in Neuss und Rothenburg sorgen sich die Mitarbeiter um die Sicherheit. Sieben Empfänger staatlicher Leistungen ließen sich zu Beleidigungen hinreißen, acht kassierten nach Drohungen Hausverbot. Gewiss: Warten mag keiner gern. Aber, bei allem Respekt: Wer sollte mehr Zeit mitbringen können als die Klienten des Jobcenters?“

So schreibt Axel Richter vom rga am 7.2.2015. Eine bemerkenswerte Reaktion eines Journalisten wobei ich die Sachkenntnis bei solchen Äußerungen als sehr eingeschränkt empfinde:

Wo ist der Hinweis, daß im Jobcenter staatliche Gewalt gegen Kunden ausgeübt wird, täglich und mit fast jeder Maßnahme?

Wo ist der Hinweis, daß Hartz 4 Schikane per Gesetz ist?

Wenn unbescholtene Bürger bis zum Mord gehen, muß man sich doch wohl mal fragen, ob es nur an den Bürgern liegt.

In Remscheid wurden bei mehr als 50.000 Vorsprachen „sieben Vorfälle mit beleidigendem und/oder bedrohlichem Verhalten zur Anzeige gebracht und acht Hausverbote“ ausgesprochen.

Nur so wenige und banale Ausfälle?

Da hat ja die Leitung des Jobcenters bisher etwas „richtig“ gemacht.

Aber wenn man hört, was so diskutiert wird, fragt man sich doch, wie es weitergehen soll:

„Die Sicherheit ist am größten, wenn der Zugang zum Gebäude konsequent gesteuert wird. In Verbindung mit einer Eingangsschleuse, wie man sie aus Gerichten kennt, könnte man den Zugang nur noch Personen gewähren, die sich legitimieren können. Waffen (aus Metall) oder Gegenstände, die sich als Waffe eignen würden durch Sicherheitspersonal an der Sicherheitsschleuse entdeckt.“

Hinzu kommt diese Umfrage. Weniger als ein Drittel der Jobcenter Mitarbeiter hat überhaupt daran teilgenommen und davon waren 67 Prozent dafür?

Da ist der Interpretation Tür und Tor geöffnet.

Waren 2 Drittel „Protestwähler“ weil sie mit den Zuständen und dem Umgang mit Menschen nicht einverstanden sind?

Wer weiß.

Man kann es auch so sehen, daß vielfach im Jobcenter mit der Anwendung der Hartz 4 Gesetze freie Staatsbürger schikaniert werden, weil es sich um den Restmüll der Nazizeit handelt, der meiner Meinung nach Reaktionen wie Mord und Selbstmord einkalkuliert.

Und nun haben die Mitarbeiter Angst. Denn sie wissen ja, was sie tun?

„Schikane per Gesetz“ im Jobcenter führt zum gesetzlich erlaubten Schnüffeln, Spionieren und Aushorchen, digital mit automatisiertem Datenabgleich und Vorladungen ähnlich wie bei der Staatsanwaltschaft.

Und nun denken wir doch mal weiter.

Stellen wir uns vor, jetzt sind für viel Geld Sicherheitsschleusen eingebaut worden.

Im Gericht werden diese von Polizisten kontrolliert.

Und im Jobcenter?

Nun piepst es.

Muß ich dann meine Tasche aufmachen?

Es handelt sich um meine Tasche und um mein persönliches Eigentum.

Muß ich mich dann nackt ausziehen?

Gibt es dann eine Leibesvisitation?

Gelten Grundrechte im Jobcenter nicht mehr?

Davon abgesehen, wer ist denn so dumm und verfolgt den Mitarbeiter im Jobcenter? Das können doch nur spontane Wutausbrüche sein.

Wer wirklich zuschlagen will, der macht dies doch anders.

Insofern ist die ganze Debatte doch sehr oberflächlich.

Aber eins bleibt: die Angst.

Die Angst vor den Kunden und die Angst vor dem Staat.

Denn Hartz 4

  • ist bösartig, weil es den Gemeinsinn der Menschen zerstört,
  • immer mehr Gewalt als Strukturmerkmale dieser Gesellschaft definiert
  • und entmutigende Widersprüche in Verwaltungsakte gießt.

Da ist es für mich logisch, daß die Gewalt wachsen wird.

Meiner Meinung nach nicht als Restrisiko sondern als zunehmende Größe.

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