Goodbye Remscheid

Es gibt soziale Orte, die einem nichts mehr geben können.

Sie sind politisch zu Tode beschlossen worden. Ausser Funktion nichts mehr.

Es ist daher eine „freiwillige Ödnis“, denn es wurde bewußt gemacht aus freien Stücken.

Selbst wenn man sich Mühe gibt und zu Ereignissen geht, um dort gehäuft mehr an Motiven zu finden, ist es fast ausgeschlossen, wenn man nicht allein auf Begegnungen mit Menschen zurückgreift.

Der öffentliche Raum in Remscheid ist gestalterisch echt tot – tote Fassaden, leere Betonschluchten und so gut wie keine schönen Plätze überall in der Stadt und so sieht dann auch das Stadtbild aus. Es ist eine Landschaft der visuellen und sozialen Armut entstanden, politisch gewollt und gemacht.

Natürlich kann man auch in Remscheid schöne Fotos machen, wenn Menschen gestaltet im Mittelpunkt stehen oder man sich auf Details festlegt.

Aber das große Ganze mit verzierten Fassaden, vielen einladenden Parkanlagen und gemütlichen Ecken ist in Remscheid der Schuhkartonarchitektur gewichen und dem kahlen Schnitt.

Für mich ist dieser Umgang mit unserem Lebensraum so frustrierend, daß ich nach dem Projekt bergischer.bildermonat nun mit zeitgeist.bergischdigital.de hier aufhöre, weil ich überhaupt kein politisches Bemühen und kein positives Signal sehe. Remscheid kommt mir vor wie eine vernachlässigte Vorstadt von Wuppertal.

Juristen und Sozialarbeiter in Remscheid machen das, was sie gelernt haben: sie stellen immer mehr Sozialarbeiter ein und lauern auf Fördertöpfe statt die Ursachen anzupacken.

Die Tafel, die soziale Verfolgung arbeitslos gewordener Inländer im Jobcenter zum Zwecke der Verarmung und Möhrchen sind das Ergebnis einer grundfalschen Politik, die Remscheid ebenso sozial zerstört wie Deutschland. Die Flüchtlingsmassen 2015 und 2016 haben neue Probleme hinzugefügt und wirklich nichts wird gelöst.

Man schaut zu wie das Schiff auf den Eisberg fährt, finanziell, sozial und demokratisch.

Das ist mir hier so klar geworden in der Begegnung mit Menschen und sozialen Strukturen, daß weitermachen so nicht sinnvoll ist.

Hinzu kommt, daß genau dadurch immer mehr Menschen eher aus der Realität flüchten statt sich diesen düsteren Ecken zu stellen und etwas dagegen zu tun.

So verstummt in dieser Form nun meine Stimme mit Texten und Fotos und sucht mehr Licht.

Ich verabschiede mich mit dem typischen Remscheider Knubben, der im Stadtgebiet nur noch von der Menge der Zigarettenkippen überholt wird.

Echt Scheisse in Remscheid

 

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